Künstliche Intelligenz und postanaloges Menschsein

Zimmerli
Prof. Walther Zimmerli

Prof. Dr. Dr. h.c. Walther Ch. Zimmerli, geb. 1945 in Zürich, ist Philosoph und Honorarprofessor „Geist und Technologie“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er gilt heute als einer der bekanntesten Vertreter der angewandten Philosophie und hält fest:

Die Debatte um Digitalisierung hat nicht nur in technologischer Hinsicht vollständig neue Perspektiven eröffnet; sie wirkt auch bis in die Grundlagen des abendländischen Denkens hinein. Das gilt in besonderem Masse für alles, was unter dem Begriff „Künstliche Intelligenz“ (KI) zusammengefasst wird: Nach den Diskussionen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts über die Frage, ob Maschinen denken können, erlebt die KI gegenwärtig so etwas wie einen zweiten „Hype“. Man kann sogar von einem „realen Mythos“ sprechen, der jedoch einen Teil dessen, was KI tatsächlich zu leisten vermag, eher verdeckt als verdeutlicht.

Der Vortrag unternimmt den Versuch einer dreifachen Ent-Mythologisierung: Zum einen wird die Geburt des KI-Mythos aus dem Geist der Analogie rekonstruiert, zum anderen soll der aus dem KI-Mythos hervorgegangene Zweitmythos der vollständigen Ersetzung menschlicher Intelligenz durch die Leistungen „intelligenter“ Maschinen („Singularity“) mit Hilfe des Begriffs der Simulation argumentativ analysiert werden. Dabei wird es schliesslich darum gehen, die anthropologischen Konsequenzen des Drittmythos („Posthumanismus“) auf ihren philosophischen Kern, das postanaloge Menschsein im Mensch-Maschine-Tandem, zurückzuführen.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ UND POSTANALOGES MENSCHSEIN
Entstehung, Entwicklung und Wirkung eines realen Mythos

Donnerstag, 6. Februar 2020, 18:30 Uhr
Lyceum Club, Rämistrasse 26, 8001 Zürich

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